3D-Metalldruck: In der Praxis hapert es häufig an der Vorbereitung

Pascal Schäfer, CEO bei LIGHTWAY über praktische Herausforderungen und Ansätze für das richtige Vorgehen der additiven Fertigung

Additive Manufacturing ist in aller Munde und längst mehr als ein kurzlebiger Hype. Bringt das Selektive Laserschmelzen von Metallen doch viele gewichtige Vorteile mit. In der Praxis stellt das viel gelobte Verfahren jedoch nicht wenige Unternehmen vor große Herausforderungen. 

Lohnt es sich aus Ihrer Sicht trotzdem auf SLM zu setzen?

Pascal Schäfer: Ohne jeden Zweifel. SLM gewinnt zunehmend an Bedeutung für die Industrie. Und das nicht ohne Grund. Der 3D-Druck ermöglicht Geometrien, die in der traditionellen Fertigung einfach nicht vorstellbar waren.

Allein durch die mögliche Funktionsintegration lassen sich in erheblichem Umfang Zeit und Kosten reduzieren. Aber auch für den Leichtbau sind die Vorteile der additiven Fertigung nicht weg zu reden. Weniger Material spart Geld und vor allem Gewicht. Und durch die kürzeren Entwicklungs- und Produktionszeiten reduzieren sich auch die potenziellen Fehlerquellen.

Und trotzdem werden die Potenziale des 3D-Drucks in der Praxis noch nicht vollumfänglich ausgenutzt oder?

Pascal Schäfer: Die großen OEM’s setzten bereits verstärkt auf den 3D-Druck. Seit geraumer Zeit für das Prototyping. Und immer mehr sogar für die Serienfertigung. Auch haben die Global Player bereits begonnen die selektive Laserschmelze verstärkt für die Ersatzteilproduktion einzusetzen.

Doch für die Mehrheit der deutschen mittelständischen Unternehmen ist die additive Fertigung von Metallen in der Tat noch Zukunftsmusik.

Birgt das für die Nachzügler in Sachen SLM nicht ein gewisses Risiko?

Pascal Schäfer: Ja, natürlich. Das Risiko als mittelständischer Zulieferbetrieb den Innovations-Trend aus Bequemlichkeit zu verschlafen ist groß. Denn der Wettbewerb ist dabei aufzuwachen.

Nein, im Ernst. Es ist, insbesondere für die breite Masse der Mittelständler, höchste Zeit sich auf die großen Veränderungen in den Lieferketten einzustellen. Mit den vielseitigen Möglichkeiten des Lasersintern sollten sich aus meiner Sicht alle metallverarbeitenden Industrieunternehmen auseinandersetzen.

Was hält den Mittelstand denn aus Ihrer Sicht davon ab, verstärkt auf die selektive Laserschmelze zu setzen?

Pascal Schäfer: Um die Vorteile der additive manufacturing in Gänze ausschöpfen zu können, ist spezielles Know-how gefragt. Das ist im Unternehmen nicht zwangsläufig vorhanden.

Zudem ist ja eine wichtige Grundvoraussetzung für die additive Fertigung, dass die Geometrie des Bauteils, welches mittels DMLS produziert werden soll, überhaupt schon als 3D CAD Daten vorliegen.

Auch die individuelle Materialauswahl und eine Topologie-Optimierungen des Bauteils stellt Unternehmen erstmal vor Herausforderungen.

Welche ersten Schritte raten Sie einem Unternehmen sein, dass bisher ausschließlich mit gefrästen Bauteilen gearbeitet hat?

Pascal Schäfer: Zunächst einmal sollte das Unternehmen intern rechtzeitig umfangreiche Change-Management-Prozesse in Gang setzen. Schon alleine um Einwänden und Mißtrauen bei den eigenen Mitarbeitern entgegen zu wirken.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der kontinuierliche Aufbau von Kompetenzen im Unternehmen. Für Konstrukteure und Ingenieure bleibt im Alltagsgeschäft häufig wenig Zeit für eine ausführliche Weiterbildung. Eine effektive Lösung ist oftmals sich das Fachwissen durch externe Beratung einzukaufen. Gleiches gilt übrigens für die Optimierung der Fertigungsketten im Bereich SLM.

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