Interview: Thomas Hilger im Gespräch mit Digital X

Der geschäftsführende Gesellschafter Thomas Hilger gab ein knapp halbstündiges Interview für den Videokanal der DIGITAL X. Die DIGITAL X ist nach eigener Aussage „Europas führende Digitalisierungsinitiative“. Sie ist eine 2017 von der Deutschen Telekom ins Leben gerufene Initiative, die „Konzerne, den Mittelstand, Start-Ups, Politik, Visionäre und führende Experten in einer gemeinsamen Community“ verbinden will. Über „200 nationale und internationale Partner engagieren sich in einer branchenübergreifenden Vernetzung“. Ziel ist die „nachhaltige Digitalisierung und eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit“ für Deutschland. Das Motto: „Vernetzen, austauschen, voneinander lernen“.

Gleich zu Anfang des Interviews fragte der Redakteur Christoph Krause erstaunt und begeistert, was das für ein Unternehmen sei, das so stark in der Corona-Krise wachsen konnte, sozusagen von der Pandemie profitierte? Allein zwischen 2019 und 2020 verzeichnete LIGHTWAY ein Umsatzplus von 53 Prozent. LIGHTWAY sei für den Mut belohnt worden, sich seit der Unternehmensgründung technisch auf neue Gebiete zu wagen und dabei stets innovationsfreudig zu bleiben, weiß Thomas Hilger.

Bereits 2012 haben sich die beiden Gründer Thomas Hilger und Pascal Schäfer intensiv mit dem DLMS Verfahren auseinandergesetzt. 2016 sind sie dann voll ins „Risiko gegangen“, haben „gut bezahlte Jobs“ aufgegeben und das Unternehmen LIGHTWAY GmbH gegründet. Der Unternehmensname verweist auf den Anspruch, eben auf dem „leichten Weg“ Metallbauteile herzustellen, die es noch gar nicht gibt. Der Ansatz war, neu zu denken, neue Ideen zu entwickeln, neue Konstruktionswege zu finden, um sehr leichte und komplexe Metallbauteile in kurzer Zeit herstellen zu können.

Neben der gelebten Innovationsfreudigkeit ging es von Anfang auch darum, für Akzeptanz unter den Kunden zu sorgen. Neue Technologien sorgen in Deutschland erst einmal für eine ausgeprägte Skepsis. LIGHTWAY konnte aber immer wieder von den Potentialen der additiven Fertigung überzeugen: Dass es ganz neue Bauteile zu entwickeln gibt, dass man seine Funktionen erweitert und die Bauteilintegration auf eine nie gesehene Stufe hebt. LIGHTWAY hat schnell erkannt, dass beim Kunden „das Auge, was man mit der additiven Metallfertigung machen kann“, fehlt. Das erforderte, immer nah am Kunden die Potentiale zu erläutern und zusammen mit jedem einzelnen Kunden Lösungen zu erarbeiten. Das war der Schlüssel. Thomas Hilger: „Wir machen viel mehr Engineering als später Produktion.“

Da LIGHTWAY auch einen Kunden in den USA hat, fragte Christoph Krause mit Blick auf die „deutschen Entwicklungsabteilungen, die behäbig vor sich hinschlummern“, wie offen und begeisterungsfähig Kunden aus den USA seien. Thomas Hilger gibt zu, dass „wir mit unserer Dynamik und den neuen Ansätzen bei alteingesessenen Maschinenbauern an unsere Grenzen“ kommen. Sein Eindruck sei, dass „Wettbewerber auf anderen Kontinenten wesentlich freier und dynamischer seien als hierzulande. Es herrsche eine riesige Grundskepsis unserer Kunden, wenn man etwas Neues und Innovatives vorschlägt. Typisch für Deutschland: „Was man nicht kennt, setzt man auch erst einmal nicht um.“ 

Anders sieht es dagegen hierzulande bei jungen, dynamischen und digitalen Unternehmen aus. Sie sind offen, mutiger und fangen an, additiv zu denken:

„In dieser Sparte greifen dann auch unsere Workshops für Kunden. Darin vermitteln wir ein komplett anderes Denken in der Herangehensweise und Konstruktion, stets im Vergleich zum konventionellen Fertigungsprozess. Ziel: Ein wesentlich erhöhter Mehrwert und gesteigerte Innovationskraft mit den eigenen Maschinen und Produkten.“

Genau an dieser Stelle rückt auch die notwendige Digitalisierung in den Vordergrund. Digitalisierung bedeutet hier, datenbasiert zu arbeiten. Das wiederum machte zum Beispiel Konstruktionsdaten ortsunabhängig, was wiederum zur Folge hat, dass diese Daten fast in Echtzeit und weltweit ausgetauscht werden können. Hieraus erklärt sich dann im Wesentlichen die gesteigerte Schnelligkeit, mit der LIGHTWAY seine additiv gefertigten Metallbauteile in verschiedensten Zusammenhängen an den Kunden und zur Serienreife bringen kann.

An die konsequent durchgeführte Digitalisierung knüpft LIGHTWAY die Automatisierung an. „Gesundes Wachstum kann nur durch Automatisierung sichergestellt werden“, sagt Thomas Hilger, „Wir denken die Industrie und den Dienstleistungssektor im Metallbereich anders: Innovation durch technikübergreifende, zentrale und flexible Entwicklungs- und Produktionsweise. Das spiegelt sich auch in unseren Abteilungen wieder“.

So vereinen die Hallen und Büros von LIGHTWAY den Konstruktionsbereich, 3D-Metalldruck, 5-Achs-CNC-Fertigung für konventionelle Zerspanung und davor die Automatisierung, die durch den Einsatz von Robotern abgebildet wird. Thomas Hilger:

„Wer sich der Automatisierung, der Digitalisierung und dem 3D-Metalldruck nicht stellt, wird der Dynamik in 5 bis 10 Jahren nicht mehr folgen können.“

Diese Aussage bringt wie von selbst eine weitere Frage auf den Tisch: Was muss im Bildungsbereich geschehen, um den neuen komplexen Denken in der Konstruktion mit der Digitalisierung und Automatisierung gerecht werden zu können? Thomas Hilger hat zurzeit nicht viel Positives über die Ausbildung der Zukunft im Metallsektor zu berichten: Er ist enttäuscht darüber, was heute noch gelehrt wird. Die Lehrpläne sind veraltet. Die Industrie ist geschätzte 5 Jahre weiter als die Ausbildung. Die Kammern müssten mehr und näher mit der Industrie, mit jungen, dynamischen Unternehmen zusammenarbeiten. Es muss schnell ein größerer Fokus auf digitale anstatt auf händische Herstellung gelegt werden. Motto: CAD statt Feile.

Durch nicht an die neuen technischen Anforderungen angepassten Lehrpläne der Kammern, ist es für LIGHTWAY schwer, Lehrlinge aufzunehmen, eben weil sie bei LIGHTWAY etwas lernen, mit denen übergeordnete Stellen nichts anfangen können, was anderes herum genauso gilt.

Im Hinblick auf Ausbildungssituation wagt Thomas Hilger einem Blick in die Zukunft: Der klassische Facharbeiter verliert durch die Digitalisierung immer schneller an Bedeutung. Die Digitalisierung ist die größte Herausforderung für Deutschland. LIGHTWAY hat sich dieser Herausforderung bereits vor fünf Jahren gestellt. Ihr Erfolg ist ein eindrucksvoller Beleg dafür.

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